Schweizer Kirchen ratifizieren revidierte Charta Oecumenica
Am Samstag, 21. November 2026, ratifiziert die Mehrheit der Mitgliedkirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK) in der Collégiale in Neuenburg die revidierte Charta Oecumenica. Gemäss der Medienmitteilung übernehmen die Schweizer Kirchen damit formell jene Fassung, welche die europäischen Kirchenverbände im November 2025 in Rom unterzeichneten.
Für die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz (EKS) unterschreibt Präsidentin Rita Famos, für die Schweizer Bischofskonferenz Felix Gmür, Bischof von Basel. Zu den Unterzeichnenden gehören weiter Vertreter der Christkatholischen Kirche, des Ökumenischen Patriarchats und der Heilsarmee.
Die Collégiale feiert dieses Jahr das 750-Jahr-Jubiläum ihrer Weihe. Ihre ältesten Spuren reichen gemäss AGCK-Präsident Florian Schubert weiter zurück als die Spaltungen, welche die Kirchen bis heute trennen. «Dieser Ort erinnert uns an unsere gemeinsame Geschichte und lädt uns ein, sie gemeinsam weiterzuschreiben», sagt Schubert.
Die erste Fassung der Charta verabschiedeten die europäischen Kirchenverbände 2001 in Strassburg, die AGCK-Kirchen unterzeichneten sie 2005 in St-Ursanne. Gemäss AGCK förderte sie unter anderem die gegenseitige Anerkennung der Taufe.
Die revidierte Fassung reagiert laut Medienmitteilung auf Krieg, Flucht und Vertreibung in Europa. Neu enthält sie Selbstverpflichtungen zu Frieden und Versöhnung, zur Aufnahme Geflüchteter, zur Bewahrung der Schöpfung, zum interreligiösen Dialog und zur Anerkennung von Verletzungen und institutionellem Versagen in der Vergangenheit. Mit der Ratifizierung verpflichten sich die Kirchen der Schweiz, in der Öffentlichkeit mit einer gemeinsamen christlichen Stimme zu sprechen.
Schweizer Kirchen ratifizieren revidierte Charta Oecumenica