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Um Schaffhausen war’s kritisch

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22.03.2017
Rund um die Kirchgemeinde Burg Stein am Rhein wurde es während der Reformationswirren für Täufer, Katholiken und Hugenotten sehr kritisch.

Von Roman Salzmann (22.03.2017)

Eng mit der Reformationsgeschichte Schaffhausens¬†ist die Geschichte der Evangelischen¬†Kirchgemeinde Burg Stein am Rhein verbunden.¬†Sie geh√∂rt zwar zur Evangelisch-reformierten¬†Kirche des Kantons Schaffhausen,¬†aber gut drei Viertel des Kirchgemeindegebiets¬†liegt auf thurgauischem Boden. Das Gebiet lag¬†f√ľr die Reformation strategisch wichtig.

Katholischer Gottesdienst verboten
Die Katholiken hatten es in Schaffhausen¬†schwer ‚Äď der Stadtarchivar von Stein am Rhein,¬†Roman Sigg, der selber aus dem Thurgauer Teil¬†der Kirchgemeinde Burg stammt, erkl√§rt warum:¬†¬ę1529 hat Schaffhausen ‚Äď anders als der¬†Thurgau ‚Äď die Reformation angenommen. Ein¬†katholischer Gottesdienst war ‚Äď mit Ausnahme¬†von Ramsen ‚Äď im ganzen Kanton verboten.¬†¬Ľ In der Kirchgemeinde Burg sei die Reformation¬†bereits 1525 eingef√ľhrt worden, und¬†in den Reformationswirren habe die Kirchgemeinde¬†Burg eine eigentliche Br√ľckenfunktion¬†innegehabt: Nicht zuletzt deshalb, weil der¬†M√∂nch Hans Oechslin vom Kloster Einsiedeln¬†als dortiger Pfarrer ¬ęwie Zwingli einen eigenen¬†Kopf hatte¬Ľ. Er galt als eigentlicher Vork√§mpfer¬†der Reformation. Stein am Rhein und die¬†Kirche Burg geh√∂rten zum z√ľrcherischen Einflussgebiet,
weshalb die Reformation hier etwas¬†fr√ľher stattfand.

Ittinger Sturm in Burg ausgelöst
Dies zeigte sich auch in den verheerenden¬†Reaktionen auf den Befehl der Tagsatzung¬†der Alten Eidgenossenschaft: Der Landvogt¬†im Thurgau musste Oechslin gefangen nehmen.¬†Die bereits reformiert denkenden Bauern¬†nahmen das nicht einfach so hin und verfolgten¬†den Landvogt ‚Äď jedoch erfolglos. Ihre¬†Wut entlud sich 1524 schliesslich in der Kartause¬†Ittingen, die im ¬ęIttinger Sturm¬Ľ einem¬†Flammeninferno zum Opfer fiel. Der Kanton Schaffhausen und die angrenzenden Gebiete¬†waren die Region, wo sich Katholiken¬†und Reformierte lange Zeit aufs Sch√§rfste¬†Feind waren und wo Fl√ľchtlingsstr√∂me¬†Richtung Norden zusammentrafen: Die reformierten¬†Hugenotten aus Frankreich und¬†die Waldenser aus Italien konnten die Region¬†oft nur unter kritischen Verh√§ltnissen¬†durchqueren. Die Stadt Schaffhausen selber¬†z√§hlte 1687 nur 5000 Einwohner, aber 9000¬†Fl√ľchtlinge. Die innerreformierte Hilfsbereitschaft¬†war gross, aber nicht alle konnten aufgenommen¬†werden. Eine Zeitlang mussten¬†die Fl√ľchtlinge ‚Äď weil das katholische Konstanz den Reformierten die Durchreise verwehrte¬†‚Äď den beschwerlichen Weg durch¬†den Thurgau √ľber Lindau w√§hlen, das anfangs¬†evangelisch war.

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