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Umsetzung «Ehe für alle« bewegt die Gemüter

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30.11.2022
An der Synodensitzung der Evangelischen Landeskirche des Kantons Thurgau Ende November im Rathaus Weinfelden wurden zwei Motionen für erheblich erklärt und das Budget 2023 gutgeheissen.

Es kommt viel Arbeit auf den Kirchenrat zu. Denn sowohl die Motion ┬źFreie Wahl der Kirchgemeinde┬╗ als auch die Motion ┬źOrganisation des Konfirmationsjahres┬╗ wurden von den 103 anwesenden Synodalmitgliedern f├╝r erheblich erkl├Ąrt. Bis zur n├Ąchsten Synode im Juni 2023 hat der Kirchenrat nun die herausfordernde Aufgabe, Antr├Ąge und Umsetzungsvorschl├Ąge auszuarbeiten.

Steff Keller spricht im Video ├╝ber die Motion┬á┬źFreie Wahl der Kirchgemeinde┬╗, mit der er in der Synode Erfolg hatte.


Bei der Motion ┬źFreie Wahl der Kirchgemeinde┬╗ hielten sich die Argumente der Bef├╝rworter und der Gegner die Waage. W├Ąhrend einige der Lebenswelt der heutigen Menschen Rechnung tragen wollen, hinterfragten andere Synodalmitglieder den Sinn der Motion oder zeigten sich unentschlossen. Kirchenratspr├Ąsidentin Christina Aus der Au erinnerte, dass es sich vorerst um die ├ťberweisung der Motion handle und die inhaltliche Diskussion dann im Sommer 2023 gef├╝hrt werde.

Nebst den Varianten, die eine Verfassungs├Ąnderung bedingen, soll auch eine Variante ┬źlight┬╗ ohne Verfassungs├Ąnderung vorgelegt werden. Die Motion wurde mit 76 Ja-Stimmen zu 11 Nein-Stimmen und 10 Enthaltungen f├╝r erheblich erkl├Ąrt. Motion├Ąr Diakon Stefan Keller aus T├Ągerwilen betonte abschliessend, dass die Umsetzung einfach und ohne viel B├╝rokratie geschehen soll (siehe auch Video oben).

Gesamten Weg bis zur Konfirmation anschauen
Auch die Motion ┬źOrganisation des Konfirmandenjahres┬╗ sorgte f├╝r angeregte Diskussion. Dabei soll die Verantwortung f├╝r den Konfirmationsunterricht nicht nur bei den Pfarrerinnen┬áund Pfarrern liegen. Auch andere theologisch und p├Ądagogisch ausgebildete Personen sollen den Konfirmationsunterricht verantworten k├Ânnen. Motion├Ąr Markus Ibig aus Bischofszell sagte dazu: ┬źDie Motion hat f├╝r einige Unruhe gesorgt. Es soll den Pfarrpersonen nichts weggenommen, sondern dem Zeitgeist Rechnung getragen werden.┬╗

Kirchenr├Ątin und Ressortleiterin Kirche, Kind und Jugend Ruth Pfister legt Wert darauf, dass der gesamte Weg bis zur Konfirmation beleuchtet wird. Auch die Zielgruppe nach der Konfirmation soll mehr Beachtung erfahren. Deshalb m├Âchte der Kirchenrat eine umfassende Auslegeordnung erstellen. In der Diskussion gingen auch zu diesem Thema die Meinungen auseinander. W├Ąhrend einige Synodalmitglieder von einem wichtigen, begr├╝ssenswerten Anliegen sprachen, sahen andere die Motion als falschen Weg. F├╝r sie sind das Wissen, die Erfahrung der Pfarrpersonen f├╝r den Konfirmationsunterricht zentral. Mit nur einer Gegenstimme wurde die Motion als erheblich erkl├Ąrt.

Autonomie der Kirchgemeinden nicht antasten
Ein grosses Feld zur Diskussion ├Âffnete die Interpellation zur Umsetzung ┬źEhe f├╝r alle┬╗. Dabei wurde das Kreisschreiben des Kirchenrats zur Interpellation heftig kritisiert. Von einer Willkommenskultur k├Ânne keine Rede sein, stellten einige Synodalmitglieder ├╝bereinstimmend fest. Dabei stand weniger die Gewissensfrage der Pfarrpersonen im Mittelpunkt. Vielmehr bewegte die Tatsache die Gem├╝ter, dass eine Kirchenvorsteherschaft einen Raum f├╝r eine Trauung nicht zur Verf├╝gung stellen kann.

Pr├Ąsidentin Christina Aus der Au wiederholte, dass dies der Autonomie der Thurgauer Kirchgemeinden geschuldet sei, da der Kirchenrat nicht sagen will: Ihr m├╝sst das so machen. Genau dies w├╝nschten sich einige Synodalmitglieder vom Kirchenrat. ┬źDer Entscheid wird einfach abgeschoben┬╗, kommentierte Robert Schwarzer aus Arbon. F├╝r den Interpellanten Christian Hauser geht es um Gleichstellung, Harald Ratheiser aus Arbon sprach gar von Diskriminierung. Christina Aus der Au betonte zum Schluss, dass man hier im Gespr├Ąch bleiben wolle, um auch Dinge zu bewegen. Eine Abstimmung ist bei einer Interpellation nicht m├Âglich. Antr├Ąge dazu m├╝ssten f├╝r eine n├Ąchste Synode traktandiert werden.

Das Budget 2023 rechnet mit einem Minus von 114'491 Franken. Dieses wurde einstimmig genehmigt und der Zentralsteuerfuss auf 2,5 Prozent belassen.


(Claudia Koch)

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