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Verantwortung für die religiös diverse Gesellschaft

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04.01.2023
Die Baselbieter Kirche möchte intensivere Beziehungen zu den Migrationskirchen pflegen und arbeitet mit der Evangelischen Stadtmission Basel zusammen.

In der Region Basel gibt es rund 80 Migrationskirchen. Diese unterscheiden sich spirituell von der reformierten Landeskirche. Im Gegensatz zu den traditionellen wie der √Čglise fran√ßaise r√©form√©e oder der Chiesa evangelica italiana geh√∂rt die Mehrheit der jungen Migrationsgemeinden aus Afrika, Asien und Lateinamerika dem evangelikalen oder pfingstlichcharismatischen Umfeld an.

Die Kirche Baselland habe in den letzten zwanzig Jahren zu etwa einem F√ľnftel der Migrationskirchen in der Region regelm√§ssige Beziehungen aufgebaut, schreibt der Kirchenrat. Nun m√∂chte er den Kontakt zu den Migrationskirchen durch ein Joint Venture mit der Evangelischen Stadtmission Basel verst√§rken und vertiefen. Die Partner teilen sich die Kosten von 93'000 Franken. Die Synode der Kirche Baselland genehmigte im November einstimmig 42'500 Franken f√ľr eine zweij√§hrige Probephase.

Die Kooperation soll die Migrationskirchen als Caring Communities st√§rken und die Integration ihrer fremdsprachigen Mitglieder f√∂rdern. Gem√§ss der Statistik des Bundes von 2021 haben im Kanton Baselland rund 36 Prozent der Bev√∂lkerung einen Migrationshintergrund, in der Stadt Basel sind es √ľber 54 Prozent. Bei den vielen Menschen mit Migrationshintergrund in der Region handle es sich nicht nur um Gefl√ľchtete, sondern etwa auch um Expats, erkl√§rte Kirchenrat Niggi Ullrich an der Synode.

Hilfe f√ľr Neuank√∂mmlinge
Im Kanton Baselland haben sich etwa ein Dutzend Migrationsgemeinden niedergelassen, die in Liestal, Pratteln, Reinach oder Birsfelden aktiv sind. Es handelt sich um so unterschiedliche Kirchen wie die eritreisch-orthodoxe, die Iglesia Hispana Suiza oder die New International Church. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Migrationskirchen eine wichtige Rolle bei der Integration spielen. Sie sind oft die erste Anlaufstelle f√ľr Menschen, die in die Schweiz kommen. Sie finden dort ein St√ľck Heimat. Sie k√∂nnen sich in ihrer Muttersprache unterhalten und ihre Traditionen pflegen. Zudem finden sie Hilfe bei Landsleuten, die schon l√§nger hier sind und die Gepflogenheiten kennen.

¬ęDie reformierte Kirche Baselland ist die gr√∂sste Landeskirche der Nordwestschweiz ¬Ľ, betonte Niggi Ullrich. Dies verpflichte sie dazu, Verantwortung zu √ľbernehmen in der religi√∂s immer vielf√§ltigeren Gesellschaft. Die Stadtmission sei keine Territorialgemeinde. Sie unterscheide sich in der Betriebskultur von der Kantonalkirche, sagte Ullrich. Sie sei in der Region stark verankert und wisse, was die Menschen besch√§ftigt.

Die Kantonalkirche bereichern
Der Integrationsauftrag der Kirche reiche √ľber die eigene Institution hinaus, so der Kirchenrat. Die Kirche Baselland will ¬ęeinen Beitrag f√ľr den Zusammenhalt der Menschen aus unterschiedlichen Generationen, Milieus und Kulturen¬Ľ leisten. Der Kirchenrat legt Wert darauf, dass es nicht nur darum gehe, die Migrationsgemeinden mit Geld und R√§umen zu unterst√ľtzen. Er hofft, dass die unterschiedlichen Fr√∂mmigkeitsstile und Kulturen die Kantonalkirche bereichern und ihre Mitglieder dazu bringen, √ľber das eigene Leben und den Glauben nachzudenken. Das Ziel ist es, bis in zwei Jahren mit doppelt so vielen Migrationskirchen Beziehungen zu pflegen als heute.

Karin M√ľller

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