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Synode Baselland

Viel Geld, wenig Mitglieder, hohe Immobilienkosten

von Noemi Harnickell
min
19.06.2026
Bei der Synodensitzung der Reformierten Kirche Baselland in Laufen stand eine aussergewöhnlich positive Jahresrechnung im Mittelpunkt. Und die Frage, wie die Zukunft der Kirche aussehen könnte.

Die Jahresrechnung der Reformierten Kirche Baselland von 2025 schliesst mit einem Überschuss von fast 430‘000 Franken ab. Hauptgrund: Die Kirchensteuern der juristischen Personen brachten 2,7 Millionen Franken mehr ein als geplant. Zugleich sind zwischen 2024 und 2025 fast 2000 Mitglieder ausgetreten. Pfarrstellen bleiben unterbesetzt, Kirchen und Pfarrhäuser leer. Die Stiftung Kirchengut ist «strukturell unterfinanziert», wie der Kirchenrat festhält. Die Einnahmen aus den Kirchgemeinden reichen für den Unterhalt der Immobilien nicht aus.

Siebenjahresplan für Kirchengebäude

Einen Lösungsansatz präsentierte Kirchenratspräsidentin Regine Kokontis: ein «Septennium für nachhaltige Immobilieninvestitionen». Sieben Jahre lang soll «mehr Geld als üblich» aus dem Baufonds in die Kirchgemeinden fliessen. Jede Kirchgemeinde soll ein Konzept erarbeiten, was mit ihren Gebäuden passiert: Renovation, Umnutzung, Verkauf oder Rückgabe an die Stiftung Kirchengut. «Wir sind Kirche der Hoffnung, die ihren Blick auf Vergangenes bewahrt», zitierte Regine Kokontis die Vision der Kantonalkirche. Im Umgang mit Immobilien sollen sich Kirchgemeinden die Frage stellen: «Inwiefern helfen uns die Gebäude, unsere Vision zu leben?»

Struktureller Druck hinter Fusionen

Laut der Kirchenordnung 2021 haben Kirchgemeinden pro 1500 Mitglieder Anspruch auf eine Vollzeitstelle. Für kleinere Gemeinden ist dieses Pensum zunehmend schwer zu halten – der Druck zur Fusion wächst. Dies zeigt das Beispiel der Kirchgemeinde Sissach-Wintersingen, die 2025 als erste Kirchgemeinde im Kanton Baselland den Schritt in die Fusion wagte. «Unser Pfarramt in Wintersingen wurde erst auf 80 Prozent reduziert, dann auf 60 Prozent», erinnert sich Christoph Schaffner von der Kirchenpflege Sissach-Wintersingen. «Dadurch schrumpft das Angebot, obwohl die Menschen immer noch gleich viel Kirchensteuer zahlen.»

Legislaturziele fördern Innovation

Auch Wintersingen kämpfte mit den Immobilienkosten. Das Pfarrhaus war das grösste Haus im Dorf und trug massgeblich zur Schuldensituation der Kirchgemeinde bei. Im Zuge der Fusion gab die Kirchgemeinde das Pfarrhaus an die Stiftung Kirchengut zurück. «Als eigenständige Kirchgemeinde war es zunehmend schwierig, Angebote aufrechtzuerhalten», erinnert sich Schaffner. «Kirchenarbeit war oft ein Frust. In der Zusammenarbeit mit Sissach ist plötzlich wieder viel mehr möglich.» Es sei wichtig, nicht nur in Immobilien zu investieren, sondern vor allem auch in Angebote und Inhalte.

Dem stimmt auch Regine Kokontis zu: «Es geht nicht einfach um Geld und Gebäude, sondern darum: Wie sind wir Kirche?» Eine Antwort darauf findet sich in den neuen Legislaturzielen 2026–2029 des Kirchenrats: Schwerpunkte liegen in Bereichen von Diakonie, Innovation und digitalen Entwicklung. «Wir wollen Innovationen fördern», sagt Kirchenrat Oliver Ehinger, «auf der Ebene der Kantonalkirche, aber auch in den Kirchgemeinden.»

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