Baselland, Basel-Stadt, Luzern, Schaffhausen, Schwyz, Solothurn, Uri, Zug
Gemeindehaus Oekolampad

Baudenkmal und Begegnungsort

von Toni Schürmann
min
28.01.2026
Es waren krisenhafte Zeiten, als die Evangelisch-reformierte Kirche Basel-Stadt 1931 das Gemeindehaus Oekolampad am Allschwilerplatz in Basel baute.

«Das Gemeindehaus Oekolampad ist ein Haus mit bewegter Geschichte. Eingeweiht 1931, diente es bis 2011 als kirchlicher Treffpunkt. Heute ist es ein neu genutzter Ort der Begegnung, der verschiedenen gemeinnützigen Institutionen ein Zuhause bietet», sagt Benedikt Pfister, Autor der Publikation «Gemeindehaus Oekolampad: Identität – Wandel – Begegnung».

Grosses Engagement

Fast einhundert Jahre liegen zwischen der Einweihung des Gemeindehauses Oekolampad durch die Evangelisch-reformierte Kirche Basel-Stadt und seiner heutigen profanen Nutzung. 1931 in kubistischer Backsteinarchitektur errichtet, wurde das Gemeindehaus rasch zu einer festen Grösse des kirchlichen und sozialen Lebens im zeitgleich wachsenden Grossbasler Stadtquartier. Mehrere Generationen von Gemeindemitgliedern wurden im Haus getauft und konfirmiert. Im Oekolampad fanden unzählige Hochzeiten, Theatervorstellungen, Basare, Feiern und Feste statt. Das Gemeindehaus wirkte identitätsstiftend und prägte viele Menschen.

Einige Ereignisse und Auftritte strahlten in die ganze Stadt Basel aus. «Walter Lüthi, der charismatische erste Pfarrer des neuen Gemeindehauses, setzte sich vehement gegen die menschenfeindliche Ideologie des National­sozialismus zur Wehr», sagt Benedikt Pfister. «Ruth Epting war als erste weibliche Stimme auf der Kanzel eine Pionierin und trat für die Anliegen der Frauen ein.» Und immer wieder engagierten sich Menschen für Flüchtlinge.

Vorbildhaftes Fortbestehen

Nach dem Verkauf an die Wibrandis Stiftung 2020 blieb nicht nur der denkmal­geschützte Bestandsbau erhalten. Auch seine Geschichte und Bestimmung wurden bei der Neuplanung mitgedacht. Sein Fortbestehen zeigt vorbildhaft, wie die Umwandlung von sakralen Gebäuden inhaltlich und baulich neu gedacht und in die Realität umgesetzt werden kann.

Die Publikation schildert diesen Transformationsprozess. Grossformatige Fotografien von Basile Bornand dokumentieren den Umbau durch das Basler Architekturbüro Vécsey*Schmidt Architekt*innen.

 


Gemeindehaus Oekolampad: Identität – Wandel – Begegnung. Benedikt Pfister, Wibrandis Stiftung (Hg.) 2025, 31 Franken.

Unsere Empfehlungen

Aus Dankbarkeit wächst Verantwortung

Aus Dankbarkeit wächst Verantwortung

Zum Eidgenössischen Bettag ruft Regierungsrätin Tanja Soland aus Basel zum Handeln auf: Nach einem Sommer mit extremer Hitze und Trockenheit erwächst aus Dankbarkeit für Wasser, Böden und Natur eine Verantwortung, die wir nicht ignorieren dürfen.
Das Bibelfliesen-Museum im Pfarrhaus

Das Bibelfliesen-Museum im Pfarrhaus

Die Reigoldswiler Pfarrerin Dorothee Löhr macht ihr Zuhause zum Museum für Bibelfliesen. Die Schenkung der Merian-Stiftung an die Kirchgemeinde bringt europäische Kultur-geschichte ins Baselbiet und öffnet neue religionspädagogische Möglichkeiten.