News aus Basel-Stadt, Baselland, Solothurn, Zentralschweiz, Schaffhausen

Direkte Aufnahme von Flüchtlingen

min
07.03.2018
Das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz Heks fordert den Bundesrat auf, jedes Jahr 10 000 besonders gefährdeten Flüchtlingen einen sicheren und legalen Weg in die Schweiz zu ermöglichen. Es gehe um den Schutz der Schwächsten, sagt Heks-Direktor Peter Merz.

Herr Merz, warum schl├Ągt das Heks jetzt vor, mehr Fl├╝chtlinge aufzunehmen?
Die grossen Fl├╝chtlingsstr├Âme aus dem Jahr 2015 sehen wir in Europa nicht mehr. 2017 gingen die Aufnahmegesuche stark zur├╝ck, in der Schweiz auf 17 000. Das bedeutet, dass viele Menschen in Fl├╝chtlingslagern rund um die Krisengebiete festsitzen. Tausende sind auf dem gef├Ąhrlichen Weg nach Europa im Mittelmeer bereits ums Leben kommen. F├╝r die Verletzlichsten unter ihnen m├╝ssen wir einen anderen Weg finden, der Not zu entkommen.

Sie wollen die Menschen mit Resettlement-Programmen direkt in die Schweiz holen. Umgeht man damit nicht das Schweizer Asylgesetz?
Nein. Schon jetzt kommen besonders schutzbed├╝rftige Menschen ├╝ber das Resettlement-Programm des Bundes direkt in die Schweiz. Dass sie bei uns als Fl├╝chtlinge anerkannt werden und bleiben k├Ânnen, wird bereits vor Ort gepr├╝ft. Wir wollen, dass der Bundesrat auf diese Art mehr Menschen aufnimmt als bisher. Neben dem Resettlement-Programm kann dies ├╝ber andere Wege erfolgen, zum Beispiel ├╝ber humanit├Ąre Visa, erweiterte Familienzusammenf├╝hrung oder Stipendien.

Damit bevorzugt man einzelne Fl├╝chtlinge, w├Ąhrend andere weniger Gl├╝ck haben.
Es gibt Vorgaben, welche die Fl├╝chtlinge erf├╝llen m├╝ssen, damit sie f├╝r ein solches Programm in Frage kommen. Ihre Gr├╝nde f├╝r die Flucht und ihre Situation werden vorher abgekl├Ąrt, ihre Schutzbed├╝rftigkeit nachgewiesen. Unser Anliegen ist es, dass mehr Menschen von diesen Programmen profitieren. Angesichts der Not und des Elends, die beispielsweise in den Fl├╝chtlingslagern rund um Syrien herrschen, ist das dringend n├Âtig. Es geht um die Schw├Ąchsten und Verletzlichsten. Ihnen soll eine gef├Ąhrliche Flucht, etwa ├╝bers Mittelmeer, erspart bleiben.

Aber die Probleme im Mittelmeer l├Âst es nicht.
Nein. Darum leisten wir auch Hilfe vor Ort, zum Beispiel im Fl├╝chtlingslager Shatila im Libanon oder im Nordirak. Der Wiederaufbau ist aber nur m├Âglich, wenn es Frieden gibt. Die Bilder aus dem syrischen Afrin, wo gek├Ąmpft wird, zeigen, dass die Leute keine Lebensperspektive haben. In der Schweiz k├Ânnen wir ihnen Schutz und eine Zukunft bieten. Der Bedarf an Pl├Ątzen f├╝r Resettlement-Fl├╝chtlinge, also besonders gef├Ąhrdete Menschen, ist riesig. Das Uno-Fl├╝chtlingskommissariat rechnet dieses Jahr mit 1,2 Millionen Personen, davon allein rund 480 000 aus Syrien. Darum fordern wir vom Bundesrat ein j├Ąhrliches Kontingent f├╝r 10 000 dieser Fl├╝chtlinge.

Karin M├╝ller, kirchenbote-online, 7. M├Ąrz 2018

Unsere Empfehlungen

69-Jährige im neuen Look

69-Jährige im neuen Look

Das «Wort zum Sonntag» gehört zu den ältesten Sendungen von SRF. Jetzt wurde ihr Auftritt optisch überarbeitet. Über die alte Sendung in neuem Glanz.