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Kirche setzt Notrecht um

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26.03.2020
In zwei Wochen ist Ostern und das Corona-Virus ist weiter auf dem Vormarsch. Im Kanton Schaffhausen fallen alle kirchlichen Veranstaltungen mindestens bis zum 19. April aus. Das fördert die Kreativität.

Als der Bundesrat die ersten Massnahmen erliess, zog die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz EKS nach. Er forderte die Kirchgemeinden auf, beim Gottesdienst auf die Gesundheit der Teilnehmenden zu achten. Denn diese geh√∂ren, da meist √§lter, zur Risikogruppe. Kein Handsch√ľtteln und Friedensgruss, die Besucher sollten weit auseinander sitzen und die T√ľrklinken und der Raum mussten desinfiziert werden. Die EKS empfahl, f√ľr besorgte und erkrankte Gemeindemitglieder eine Seelsorgehotline einzurichten. Besonders gef√§hrdete Personen sollen zu Hause bleiben und die Gottesdienste via Fernsehen oder Radio verfolgen.

Keine Veranstaltungen mehr

Inzwischen hat sich die Lage zugespitzt und der Bundesrat hat den Notstand ausgerufen. Im Kanton Schaffhausen fallen die kirchlichen Veranstaltungen mindestens bis zum 19. April aus. Auch das gottesdienstliche Leben wird heruntergefahren: Taufen, Hochzeiten werden verschoben, Beerdigungen finden nur noch im Kreis der Familie am offenen Grab statt, alles andere wäre zu risikoreich. 

F√ľr Sonntagsgottesdienste, Karfreitag und Ostern werden durch den Kirchenrat, den Verband der st√§dtischen Kirchgemeinden und die weiteren Kirchgemeinden M√∂glichkeiten gepr√ľft, die Printmedien, das Lokalradio oder die Fernsehstationen zu nutzen.¬†

Die Konfirmationen werden verschoben und s√§mtlicher kirchlicher Unterricht f√§llt bis nach den Fr√ľhlingsferien aus. Auch die Konflager finden nicht statt.¬†

Seniorinnen und Senioren sowie Menschen mit Vorerkrankungen sind von den bundesr√§tlichen Massnahmen besonders betroffen. Besonders f√ľr sie gilt die Aufforderung: zu Hause bleiben.¬†

Soziale Kreativität gefragt

Nun ist soziale Kreativit√§t gefragt bei den Kirchgemeinden. ¬ęDie Kirchgemeinden sind aufgefordert, einer Isolation von Seniorinnen und Senioren sowie Menschen mit Vorerkrankungen entgegenzutreten¬Ľ, schreibt der Schaffhauser Kirchenrat in der ¬ęHandreichung f√ľr die Kirchgemeinden zum Corona-Virus¬Ľ und bietet unter dem Leitspruch ¬ęEinander Sorge tragen ‚Äď Kirche will mit den Menschen in Kontakt bleiben¬Ľ Vorschl√§ge, um den Kontakt mit Seniorinnen und Senioren ohne das Zusammenkommen in Gruppen aufrechtzuerhalten.¬†

Eine M√∂glichkeit sei, die √§lteren Menschen in regelm√§ssigen Abst√§nden √ľber die Anpassungen im kirchlichen Leben zu informieren: √úber Telefonate, spezifische Schreiben, Gemeindebriefe und Newsletter.¬†

Zudem sei es wichtig, Hilfe im Alltag anzubieten, wenn sich √§ltere Menschen aus Sorge vor Ansteckung weitgehend aus dem √∂ffentlichen Leben zur√ľckziehen m√ľssen. Durch das Erledigen von Eink√§ufen, der Organisation von Fahrdiensten und weiteren Hilfestellungen im Sinne einer Nachbarschaftshilfe k√∂nne viel getan werden.¬†

Der Kirchenrat schlägt weiter vor, Einzelkontakte und Seelorge auch ausserhalb der kirchlichen Räume aufrechtzuerhalten unter Nutzung der verschiedenen Kanäle wie Telefon, Social Media und unter Einhaltung von Social Distancing. 

Als generationen√ľbergreifende Formen der virtuellen Kontaktpflege schl√§gt der Kirchenrat den Gemeinden vor, Kinder anzufragen, ob sie f√ľr √§ltere Personen, die in Alters- und Pflegeheimen leben und keine Besuche mehr empfangen d√ľrfen, Zeichnungen anfertigen w√ľrden. Denkbar sei auch, dass Kinder und Jugendliche Briefe an Seniorinnen und Senioren schreiben w√ľrden, welche die Kirchgemeinde verteilen kann.¬†

Osterfeuer der Hoffnung

Aufgrund der Corona-Krise ist die Durchf√ľhrung der Ostergottesdienste in herk√∂mmlicher Form nicht m√∂glich. Die Schaffhauser Kirche fordert deshalb auf: ¬ęFeiern wir Ostern anders!¬Ľ So soll in der Osterzeit √ľberall gleichzeitig und sichtbar vor den Kirchen das Osterlicht entz√ľndet werden. Die Gemeindemitglieder werden eingeladen, das Symbol aufzunehmen und auf ihren Fensterb√§nken im selben Zeitraum Kerzen brennen zu lassen. Das Osterlicht werde von Glockengel√§ute begleitet.¬†

Adriana Schneider / Sch√ľrmann

 

 

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