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Muslimische Seelsorge: Trotz Erfolg Projekt gefährdet

von Marius Schären/reformiert.info 
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17.02.2018
Asylsuchende und Mitarbeitende finden die muslimische Seelsorge im Bundesasylzentrum Zürich gut. Weil das Geld fehlt, ist aber eine Fortsetzung ab Juli 2018 unwahrscheinlich.

Seit Juli 2016 arbeiten im Z├╝rcher Bundesasylzentrum Juch muslimische Seelsorgende. Der Versuchsbetrieb wird jetzt bis Ende Juni 2018 verl├Ąngert. Sowohl die Asylsuchenden, die Mitarbeitenden des Zentrums und die christlichen Seelsorgenden beurteilen das Pilotprojekt positiv. Das zeigt eine Untersuchung des Schweizerischen Zentrums f├╝r Islam und Gesellschaft (SZIG) der Uni Freiburg, wie das Staatssekretariat f├╝r Migration (SEM) mitteilt.┬á

Gem├Ąss dem Bericht des SZIG bringt die muslimische Seelsorge einen ┬źklaren Mehrwert┬╗: Sie ├╝bernehme eine Br├╝ckenbauerfunktion zwischen den Herkunftsl├Ąndern der Gesuchsteller und der Schweiz und vermittelten den Asylsuchenden ein offenes, humanistisches Verst├Ąndnis des Islam.

Ausbau erw├╝nscht, aber ungewiss

Bew├Ąhrt habe sich grunds├Ątzlichauch der Kriterienkatalog f├╝r die Auswahl der muslimischen Partnerorganisation und der Seelsorgenden. F├╝r einen Ausbau der Seelsorge in anderen Bundeszentren brauche es aber einen Dialog mit weiteren muslimischen Organisationen. Dabei seien Erfahrungen in anderen Kantonen n├╝tzlich.

Der Bericht kam aber auch zum Schluss, dass die fachliche Aus- und Weiterbildung f├╝r muslimische Seelsorgende verbessert werden m├╝sse. Das SZIG empfiehlt einen Lehrgang mit Fokus auf die Seelsorge, das Verh├Ąltnis von Kirche und Staat sowie Interreligiosit├Ąt. Die Ausbildung sollte nicht nur muslimischen, sondern auch christlichen Seelsorgenden offen stehen.

Ungekl├Ąrte Ausbildung und Finanzierung

Die Landeskirchen begr├╝ssen den Aufbau eines solchen Lehrganges. Dass an der Universit├Ąt Bern mit dem CAS ┬źReligious Care in Migration Contexts┬╗ bereits ein Weiterbildungslehrgang mit ├Ąhnlicher Ausrichtung angeboten wird, wurde an der Medienkonferenz des SEM nicht erw├Ąhnt.

Ungekl├Ąrt ist die k├╝nftige Finanzierung muslimischer Seelsorge. Auf Bundesebene bestehen heute keine gesetzlichen Grundlagen daf├╝r. Bei der christlichen Seelsorge tragen die Landeskirchen die Kosten. Gespr├Ąche h├Ątten aber gezeigt, dass muslimische Organisationen die Finanzierung nicht sichern k├Ânnen.

Simon R├Âthlisberger vom Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund (SEK) sagte an der Medienkonferenz, die Landeskirchen br├Ąchten zwar ihre Expertise ein. ┬źAber es kann nicht unsere Rolle sein, dass wir finanziell andere Seelsorgende und Religionsgemeinschaften unterst├╝tzen.┬╗

┬źRunder Tisch┬╗ bedauert voraussichtliches Ende

Das voraussichtliche Ende es Projekts aus finanziellen Gr├╝nden bedauert der ┬źInterreligi├Âse Runde Tisch┬╗ im Kanton Z├╝rich gem├Ąss einer Mitteilung ┬źzutiefst┬╗. Er h├Ątte es begr├╝sst, wenn zumindest f├╝r das Bundeszentrum in Z├╝rich Mittel und Wege gesucht worden w├Ąren, die muslimische Seelsorge im Juch auch k├╝nftig zu erm├Âglichen. ┬á

Hingegen nimmt die Organisation die positiven Resultate des Versuchbetriebs ┬źerfreut zur Kenntnis┬╗. Die Organisation f├╝hlt sich best├Ątigt ÔÇô hat sie doch im Jahr 2013 beim Bundesamt f├╝r Migration die interreligi├Âse Erweiterung der Seelsorge angeregt und das Projekt im Bundesasylzentrum Juch intensiv begleitet.┬á

Das Pilotprojekt wurde vom SEM in enger Zusammenarbeit mit den reformierten und katholischen Landeskirchen und dem israelitischen Gemeindebund (SIG) erarbeitet. Es sollte gepr├╝ft werden, wie sinnvoll der Einsatz von muslimischen Seelsorgern einen Nutzen ist und ob eine Einf├╝hrung in allen Bundesasylzentren m├Âglich w├Ąre. Mit der Umsetzung ist die Vereinigung der Islamischen Organisationen in Z├╝rich (VIOZ) betraut.

Marius Sch├Ąren/reformiert.info┬á

 

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