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Friedensnobelpreis

Südafrikanische Juristin Navi Pillay wird ausgezeichnet

von Moritz Elliesen, Natalia Matter (epd)/nin
min
10.10.2026
Mit dem Friedensnobelpreis wird in diesem Jahr die südafrikanische Juristin Navi Pillay geehrt. Damit will das Nobelkomitee auch ein Zeichen setzen gegen Angriffe auf das internationale Rechtssystem.

Der Friedensnobelpreis 2026 geht nach Südafrika: Die Juristin und Völkerrechtlerin Navanethem «Navi» Pillay erhält die Auszeichnung für ihren Einsatz für das Völkerrecht und gegen Kriegsverbrechen und Genozid, wie das Nobelkomitee am Freitag in Oslo mitteilte. Pillay wirkte in ihrer Heimat als Anwältin während der Apartheid, war an internationalen Gerichten tätig und von 2008 bis 2014 Menschenrechtskommissarin der Vereinten Nationen.

Der Komiteevorsitzende Jorgen Watne Frydnes verwies auf einen «roten Faden», der sich von Pillays früherem Engagement wie der Verteidigung des südafrikanischen Freiheitskämpfers Nelson Mandela bis hin zu ihrer Tätigkeit als Richterin in internationalen Gerichtsverfahren ziehe. Die 85-Jährige habe den Geltungsbereich und die Tragweite des Völkerrechts «erheblich erweitert», sagte er.

Geboren in einem Armenviertel

Pillay wurde in einem Armenviertel der südafrikanischen Hafenmetropole Durban in einer tamilisch-indischstämmigen Familie geboren. Nach ihrem Jurastudium hatte sie als Nichtweisse keine Aussicht auf eine Anstellung in einem Anwaltsbüro, weshalb sie 1967 ihre eigene Kanzlei in der Provinz Natal eröffnete.

Sie machte sich einen Namen als Verteidigerin von Apartheid-Gegnern und geriet selbst immer wieder ins Visier der Behörden des rassistischen Regimes. 1995 wurde sie als erste nicht weisse Richterin an den High Court Südafrikas berufen. Noch im selben Jahr wirkte sie am Internationalen Straftribunal für Ruanda mit, an dem der Völkermord von 1994 aufgearbeitet wurde. 2003 wechselte Pillay nach Den Haag zum neu eingerichteten Internationalen Strafgerichtshof. 2008 wurde sie zur UN-Hochkommissarin für Menschenrechte gewählt, was sie bis 2014 blieb.

Konflikt mit mächtigen Staaten

Während ihrer Zeit als Menschenrechtskommissarin scheute Pillay den Konflikt mit mächtigen Staaten nicht und prangerte unter anderem das US-Gefangenenlager Guantánamo an. Den Vereinten Nationen blieb sie auch nach ihrer Pensionierung im Jahr 2014 verbunden und leitete eine vom UN-Menschenrechtsrat eingerichtete Untersuchungskommission zu den besetzten palästinensischen Gebieten.

Der Friedensnobelpreis gilt als die weltweit wichtigste Auszeichnung für Verdienste um Abrüstung, Friedenssicherung und Menschenrechte. Gestiftet wurde der Preis vom schwedischen
Unternehmer und Erfinder des Dynamits, Alfred Nobel (1833–1896). Er ist in diesem Jahr mit zwölf Millionen Schwedischen Kronen (etwas über eine Million Euro) dotiert. Im vergangenen Jahr wurde die venezolanische Oppositionspolitikerin María Corina Machado ausgezeichnet. Die Verleihung findet jedes Jahr am 10. Dezember statt, dem Todestag Nobels.

 

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