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Synode: Düstere finanzielle Zukunft

von Toni Schürmann
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28.12.2020
Ende November wählte das Parlament der Evangelisch-reformierten Kirche Pfarrerin Monika Widmer in den Kirchenrat und behandelte das Budget 2021 sowie den Finanzplan 2022–2025.

«Das Licht scheint in der Finsternis», heisst es im Johannesevangelium. Dieser Trost ist bitter nötig, schaut man sich die prognostizierte ökonomische Entwicklung der Basler reformierten Kirche an. Das Budget 2021 sieht einen Minderertrag von 430’000 Franken vor, und auch der Finanzplan 2022–2025 lässt nicht wirklich Freude aufkommen.

Sinkende Steuereinnahmen
Pro Jahr sinkt der Steuerertrag der Basler Kirche um durchschnittlich 650’000 Franken. Diana von Bidder, Präsidentin der Planungskommission, skizzierte das Bild eines Zuges, bei dem zwecks Zielkorrektur die Weiche jetzt unbedingt gestellt werden müsse. Auch Martin Keller, Präsident der Geschäftsprüfungskommission, bemerkte zu den Kirchenfinanzen, dass deren Aussichten düster seien. «Entweder müssen die Kirchgemeinden sparen oder neue Einnahmen generieren», sagte er.

Simon Ganther, im Kirchenrat zuständig für Planung und Entwicklung, zeigte in seinen Ausführungen auf, dass Gott ebenfalls plane, und unterstrich dies mit Beispielen aus der Bibel, von Adam und Eva über Noah bis Joseph. Angekommen in der Gegenwart, hielt er fest: «Ich mache mir Sorgen. Es kann nicht sein, dass die Gemeinden nur dank Eintreibung von Drittmitteln überleben können.»

Bernhard Christ, Synodaler der Münstergemeinde, bemerkte, man befinde sich derzeit auf dem Weg von der Volkskirche zur Mitgliederkirche. Grundsätzlich gebe es für die Mitgliederkirchen zwei Modelle: Als Beispiele nannte er die Gellertkirche, die sich quasi über den «Zehnten» finanziert, und die Tituskirche, die sich auf das Mäzenatentum abstützt. Zweiteres könne problematisch werden, wenn sich die Mäzenin mit den Inhalten nicht mehr identifiziere.

Im Anschluss an die Voten genehmigte die Synode unter dem Vorsitz von Sabine Ammann das Budget 2021 und den Finanzplan 2022–2025 einstimmig.

Strategie: Angst und Hoffnung
«Die Hoffnung stirbt zuletzt», sagteKirchenratspräsident Lukas Kundert.Im Gespräch mit den Gemeindenstelle er fest, dass bezüglich neuerStrategie sowohl Angst wie auch Hoffnungbestünden. Erstaunlicherweisegebe es Gemeinden, die Hoffnung haben,wo man sie nicht vermutet hätte.

Auf die Interpellation von Stephan Wenk zum Thema politische Stellungnahmen von Mitgliedern des Kirchenrates sagte Lukas Kundert, dass die ERK zu politischen Fragen keine Stellung nehme, es sei denn, das Thema betreffe sie selbst wie bei der Volksabstimmung zur Teilrevision des Steuergesetzes im Mai 2019.

Zudem nahmen die Synodalen den Ratschlag zur Verteilung von Fördermitteln zur Kenntnis und stimmten einer Änderung der Steuerordnung zu. Das nächste Mal versammelt sich das Kirchenparlament am 30. Juni 2021 zur ordentlichen Synode. Zwischen März und Mai 2021 wird die Synode im Rahmen von ausserordentlichen Versammlungen die Totalrevision der Kirchenverfassung an die Hand nehmen.

Monika Widmer neue Kirchenrätin
Die Synode, die dank einer Ausnahmeregelungfür parlamentarische Versammlungenunter Schutzmassnahmenund mit Maskenpflicht tagenkonnte, hat an ihrer HerbstsitzungPfarrerin Monika Widmer mit grossemMehr in den Basler Kirchenrat gewählt. Pfarrerin Monika Widmer löst Pfarrerin Christine Dietrich ab. Widmer, Jahrgang 1968, hat an der Universität Freiburg i. Ue. Theologie und Musikwissenschaft sowie an der Universität Bern Theologie studiert. Seit Sommer 2013 ist sie Gemeindepfarrerin an der Tituskirche auf dem Bruderholz. Monika Widmer ist verheiratet und Mutter von zwei Kindern.

Toni Schürmann

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