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Tausende Frauen demonstrierten

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17.06.2019
In Schweizer Städten gingen Hundertausende Frauen und wenige Männer auf die Strassen um gegen die Benachteiligung von Frauen zu demonstrieren. Die Stimmung war fröhlich – obwohl die Gründe für den Anlass himmeltraurig sind. Besuch am Frauenstreik Aarau.

F├╝hrungen, pinke Bischofsm├╝tzen basteln, Manifest am Stadtmuseum aufh├Ąngen: Der Frauenstreiktag in Aarau am Freitagnachmittag begann friedlich mit in der Stadt zun├Ąchst vereinzelt auftauchenden Frauengruppen. Rasant f├╝llte sich dann aber die Stadt mit immer mehr Frauen in lila und rosa Kleidern und mit zusammengerollten Fahnen und Transparenten unter den Armen.

Kurz vor 15.30 str├Âmten sie alle zum Sitzstreik auf dem Schlossplatz, zu dem die Aargauischen Landfrauen zusammen mit den Katholischen Frauen Aargau aufgerufen hatten. In Gr├╝ppchen sassen einige Hundert Frauen auf dem Boden und den Treppen, die katholischen Frauen, die Landfrauen, Pflegende aus dem Gesundheitssektor, Gewerkschafterinnen und viele Frauen mehr, die allein, zu zweit oder mit mehreren dazu stiessen.

Die Katholikinnen fielen mit ihrem Outfit besonders auf: Sie trugen ihre gebastelten Bischofsm├╝tzen und Gummistiefel, als Symbol daf├╝r, dass sie ┬źendlich aus dem Kirchensumpf waten┬╗ wollten. Denn f├╝r sie ist der Frauenstreik auch ein Frauenkirchenstreik, der am Samstag und Sonntag in und um Kirchen fortgef├╝hrt wird.

M├Ąnner schauten zu
Punkt 17.15 Uhr setzte sich ein langer Demonstrationszug in Bewegung, dem sich immer mehr Menschen anschlossen und der schliesslich auf einige Tausend Menschen anwuchs. W├Ąhrend vorne Slogans wie ┬źWenn Frau will, steht alles still!┬╗ oder ┬źAhzelle B├Âlle schele, here mit de Fraue-Ch├Âhle┬╗ gerufen wurden, war der hintere Teil gepr├Ągt von Unterhaltungen und Gel├Ąchter. M├Ąnner f├╝hlten sich offenbar nicht angesprochen von der Demo, es waren kaum welche zu sehen, und jene, die am Strassenrand standen liessen sich auch durch ┬źMitspaziere! Solidarisiere!┬╗ nicht ├╝berreden.

Zur├╝ck auf dem Schlossplatz gab es mehrere Reden mit Vertreterinnen aus der queer-Bewegung, Kirche, von Migrantinnen und dem Schweizerischen Katholischen Frauenbund. Es ging um die altbekannten Themen, die Frauenorganisationen und linke Parteien seit Jahren anprangern: H├Ąusliche Gewalt, Sexismus, Lohnungleichheit. Immer wieder wurden sie von lautem Applaus oder (zustimmenden) Buh-Rufen unterbrochen. Der Frauenstreik mobilisierte unglaublich viele Frauen. Ob sich was ├Ąndern wird? Die bange Frage wurde vielerorts diskutiert. Die Antworten waren wenig optimistisch.

Anouk Holthuizen, reformiert.info, 14. Juni 2019

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