Wer ist … ? Sophie Scholl
Sophie Scholl (1921–1943) war die einzige Frau unter den sechs Mitgliedern der studentischen Widerstandsgruppe Weisse Rose in München. Sie wuchs in einem liberal protestantischen Elternhaus auf und hatte zunächst wie ihr Bruder Hans an das nationalsozialistische Gemeinschaftsideal geglaubt und war dem Bund Deutscher Mädel beigetreten. Diese Überzeugung wandelte sich grundlegend: Ein tiefer christlicher Glaube prägte sie und ihren Weg in den Widerstand.
Gemeinsam mit Hans schrieb sie nachts Parolen wie «Nieder mit Hitler» an Hauswände. Als der Vater wegen Führerbeleidigung ins Gefängnis kam, spielte sie täglich vor seiner Zelle auf der Blockflöte «Die Gedanken sind frei».
Am 18. Februar 1943 wurde sie nach einer Flugblattaktion an der Münchner Universität verhaftet. Beim Verhör versuchte sie konsequent, ihre Freunde zu schützen, indem sie sich und Hans als alleinige Hauptakteure darstellte. Vier Tage später, am 22. Februar, wurde sie zum Tode verurteilt und noch am selben Tag hingerichtet. Sie war 21 Jahre alt. Ihr letztes überliefertes Wort: «So ein herrlicher, sonniger Tag, und ich soll gehen. Was liegt an meinem Tod, wenn durch unser Handeln Tausende von Menschen aufgerüttelt und geweckt werden.» Heute gilt Sophie Scholl als Symbol für Zivilcourage und Widerstand gegen die NS-Diktatur.
Wer ist … ? Sophie Scholl