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«Wir wollen keinen Profit mit fremden Kriegen machen»

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11.07.2018
In einem offenen Brief kritisieren Zürcher Pfarrerinnen und Pfarrer den Bundesrat wegen der geplanten Lockerung der Ausfuhrbedingungen für Kriegsmaterial. Sie argumentieren mit dem reformatorischen Erbe Zwinglis.

Politik ist auch Pfarrsache, dachten sich 150 Pfarrerinnen und Pfarrer aus dem Kanton Z├╝rich, die einen Brief an den Bundesrat unterschrieben haben. ┬źMit Best├╝rzung nehmen wir zur Kenntnis, dass der Bundesrat die Auflagen f├╝r Waffenlieferungen ins Ausland lockern will┬╗, schreibt darin der Horgener Pfarrer Johannes Bardill.

Der Bundesrat hatte im Juni mit zur├╝ckhaltenden Worten angek├╝ndigt, dass die ┬źBewilligungskriterien in der Kriegsmaterialverordnung angepasst werden sollen┬╗. Diese Lockerung solle die wirtschaftliche Situation der Schweizer R├╝stungsindustrie verbessern. Kriegsmaterial soll k├╝nftig ┬źunter gewissen Umst├Ąnden┬╗ auch in B├╝rgerkriegsl├Ąnder exportiert werden k├Ânnen. Die Reaktionen auf diesen Entscheid waren heftig ÔÇô aller Vorsicht zum Trotz.

Menschlichkeit, Politik und Reformation

Es sei unertr├Ąglich, dass der Bundesrat wirtschaftliche Interessen ├╝ber die Not der Menschen stelle, kritisierten die Evangelischen Frauen Schweiz. Der Bundesrat ├╝berschreite damit eine rote Linie, schrieb die Caritas. ┬źWir wollen all jenen den R├╝cken st├Ąrken, die diese Waffenpolitik stossend finden┬╗, sagt Johannes Bardill zu┬áref.ch.

In ihrem Brief ├Ąussern die Pfarrerinnen und Pfarrer nicht nur humanit├Ąre und aussenpolitische Bedenken zur geplanten Lockerung der Waffenexportbestimmungen. Sie verweisen explizit auf das Erbe der Reformation.

Nicht nur mit W├╝rsten feiern

┬źWenn wir schon ├╝berall das Reformationsjubil├Ąum mit W├╝rsten feiern, muss man sich auch ├╝berlegen, welche gr├Âsseren Themen hinter der Reformation stecken┬╗, sagt Bardill. Die Eind├Ąmmung der Kriegswirtschaft sei ein zentrales Anliegen der Reformation gewesen. Zwingli habe sich am S├Âldnerwesen gest├Ârt.

┬ź├ähnlich wie damals sichert sich die Schweiz heute ihren Reichtum mit Waffengesch├Ąften, w├Ąhrend sie damit anderswo die Not vergr├Âssert┬╗, fasst Bardill das Hauptargument der Pfarrpersonen zusammen. ┬źWir wollen keinen Profit mit fremden Kriegen machen.┬╗

Der offene Brief ist am 10. Juli als Anzeige in der┬áNeuen Z├╝rcher Zeitung┬áerschienen. Das Geld f├╝r die Anzeige brachten die Unterzeichnenden selbst auf. Schon am 9. Juli hat Bardill den Brief elektronisch an die Bundeskanzlei geschickt. Auf die Antwort m├╝sse man aber wohl etwas l├Ąnger warten. Die Politik macht Sommerpause.

Patricia Dickson, ref.ch

 

 

 

 

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