Ein Ankerplatz für Menschen mit Demenz
Ein gemeinsames Mittagessen, ein Spaziergang oder gemeinsames Singen: Im «Ankerplatz» verbringen Menschen mit Demenz einen abwechslungsreichen Nachmittag. Die Idee für das neue Angebot entstand aus einem Bedürfnis. Zwar gibt es im Kanton Zug bereits verschiedene Betreuungsmöglichkeiten, doch für Menschen aus dem Ägerital sind diese nicht immer einfach erreichbar. «Die Organisation eines Transportes ist für Angehörige ein zusätzlicher Aufwand», erklärt Sozialdiakonin Sabine Bruckbach. Zudem fühlten sich Menschen mit Demenz in ihrer gewohnten Umgebung besonders wohl. Mit dem «Ankerplatz» möchte die Reformierte Kirche deshalb ein wohnortnahes und niederschwelliges Angebot schaffen.
Zeit zum Durchatmen
Während die Teilnehmenden Gemeinschaft erleben, gewinnen ihre Angehörigen wertvolle Zeit für sich. «Sie können ein paar Stunden frei agieren, ohne in der Betreuungspflicht zu sein», sagt Bruckbach. Bei Bedarf können sich die Angehörigen auch untereinander austauschen. Begleitet werden die Nachmittage von Freiwilligen, die sich in einer Schulung auf den Umgang mit Menschen mit Demenz vorbereiten. Für eine Gruppe von acht bis zehn Personen sind drei bis vier Betreuungspersonen vorgesehen.
Was Bruckbach besonders wichtig ist: «Wir begegnen den Menschen auf Augenhöhe und nehmen sie so wahr, wie sie sind.» Am Ende eines Nachmittags sollen beide Seiten mit einem guten Gefühl nach Hause gehen: die Teilnehmenden, weil sie Gemeinschaft erlebt haben, und ihre Angehörigen, weil sie durchatmen konnten.
Alle zwei Wochen ab 6. November von 11.20 bis 16.30 Uhr, reformierte Kirche in Ägeri. Infos und Anmeldung: ref-zug.ch
Ein Ankerplatz für Menschen mit Demenz