Gottesdienst feiern in drei Sprachen
Seit 2010 bringt der «Tag der Völker» Menschen unterschiedlicher Herkunft und kirchlicher Traditionen in Basel zusammen. Entstanden ist damit über die Jahre ein besonderer Gottesdienst: ein Netzwerk von Menschen und Kirchen, die gemeinsam feiern und ihren Glauben teilen.
Auch unter dem Jahr treffen sich Leitungspersonen aus Migrationskirchen regelmässig zu gemeinsamen «Agape»-Abenden. «Agape», das altgriechische Wort für «Liebe», begleitet auch den Gottesdienst und das anschliessende gemeinsame Essen am 8. November.
Gemeinschaft endet nicht an der Kirchentür
Menschen mit tamilischen, portugiesischen, chinesischen, äthiopischen oder ukrainischen Hintergründen kommen jedes Jahr am Tag der Völker zusammen, um gemeinsam mit den reformierten Kirchen in Baselland und Basel-Stadt sowie freikirchlichen und orthodoxen Gruppen zu feiern. Auch dieses Jahr laden die regionalen Migrationskirchen gemeinsam mit dem Pfarramt für Weltweite Kirche beider Basel dazu ein. Ein Fest, das viel Übersetzung braucht, sowohl zwischen den Sprachen wie auch zwischen den Gottesdienstritualen, und das Brücken zwischen den Kulturen schlägt.
Im Zentrum steht dieses Jahr ein Vers aus dem Markusevangelium: «Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium.» Der Gottesdienst wird von den Mitgliedern der Kirchen getragen. Unter der Leitung von Pfarrer Andreas Manig von der Thomaskirche wirken Pastorinnen und Pastoren verschiedener Migrationskirchen mit, die drei Kurzpredigten halten.
Eine besondere Rolle spielt die Musik: Im eigens für den «Tag der Völker» zusammengestellten «Chor der Völker» singen Mitglieder verschiedener Kirchen gemeinsam. Der Basler Regierungsrat Lukas Engelberger und Pastor Volker Heitz, Vorstand des Forums für Migrationskirchen, überbringen zudem Grussworte. Im Anschluss gibt es ein Essen. Mitarbeitende der Thomaskirche und eine ukrainische Gruppe kochen gemeinsam Pasta und Borschtsch.
Tag macht Vielfalt öffentlich sichtbar
Migrationskirchen spielen für viele Menschen, die in die Schweiz zugewandert oder geflüchtet sind, eine wichtige Rolle. Sie schaffen Verbindungen zur Herkunftskultur und bieten gleichzeitig Gemeinschaft am neuen Lebensort. Der «Tag der Völker» macht diese Vielfalt öffentlich sichtbar. Was im Alltag in zahlreichen Gemeinden und Gemeinschaften gelebt wird, kommt an diesem Tag an einem Ort zusammen.
Der Gottesdienst zum Tag der Völker findet seit 2010 jeden November in Basel statt. Daniel Frei, Leiter des Pfarramts für Weltweite Kirche BS/BL, ist überzeugt: Der Tag der Völker macht nach aussen hin sichtbar, dass Menschen aus Migrationskirchen sich treffen, gemeinsam planen und feiern. «Trotz aller Unterschiede in Sprache und Kultur sowie in der Art, wie wir unsere Gottesdienste feiern, sind wir eins in Christus in einer pluralistischen Gesellschaft», sagt er.
Sonntag, 8. November, 10 Uhr, Thomaskirche, Hegenheimerstrasse 229, Basel; mit anschliessendem Essen
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