«Religionslehrerin aus Leidenschaft»
Tanja Meier, wie sind Sie zu Ihrem Beruf gekommen?
Meine Konfzeit war sehr prägend, mit unvergesslichen Erlebnissen und Angeboten für junge Menschen. Für mich war klar, dass ich meinen Kindern auch einen Zugang zum Glauben vermitteln möchte. Nach meinem Umzug ins Ägerital habe ich aktiv die Fühler ausgestreckt und war bald auch Teil des Freiwilligenteams für Kinder- und Jugendangebote bei Osterprojekten und Kindernachmittagen. Nach einigen Jahren wurde ich angefragt, ob ich mir das Weitergeben von Herzensbotschaften auch im Religionsunterricht vorstellen könnte. Und ich konnte …
Was genau macht eigentlich eine Religionslehrerin?
Einen grossen Teil der Arbeit macht die Unterrichtsvorbereitung aus. Dazu gehören thematische Vertiefung, Materialbeschaffung, kreative Umsetzung. Danach kommen die Ideen und Pläne ins Schulzimmer zum Praxistest – jeweils angepasst an die Gruppe. Der Austausch mit anderen Religionslehrpersonen ist eine wertvolle Unterstützung. Ausserdem gehören Ausflüge organisieren, sich im Bezirk vernetzen, Gottesdienste mitplanen, Elternkontakte pflegen, Jahrespläne erstellen und Weiterbildungen dazu. Und: Ja! Unterrichten ist so viel mehr als die Zeit gemeinsam mit Kindern. Es ist eine Aufgabe, die man mit sich trägt – und manchmal sogar auf Reisen eine Entdeckung macht, die als Anschauungsmaterial mit in die Schule wandert.
Was ist das Besondere daran, Religion zu unterrichten?
Eine wichtige Aufgabe ist für mich das Weitergeben von Werten, das Pflanzen von Botschaften in Herzen – das «Samensäen» – und das Schaffen einer Umgebung, in der die Kinder sich angenommen fühlen und Wertschätzung erfahren. Das, was an Verbindung im Religionsunterricht geschaffen wird, führt bei gutem Connecting zu weiteren Verknüpfungen, die die Sozialdiakonie weiterführen kann. Unterrichten ohne Notendruck – Inhalt und Form im Fokus. Offenheit im Gespräch, zuhören und Vertrauen schaffen: Das macht für mich die Besonderheit des Religionsunterrichts aus.
Was begeistert Sie an Ihrer Arbeit?
Abwechslungsreichtum, die Möglichkeit, kreativ zu arbeiten und die Gedankenwelt und Kreativität der Kinder zu entdecken. Musik und Schauspiel als Herzensöffner für Kinder und ihre Familien – z.B. mit speziell für die Gruppen geschriebenen Theaterstücken beim Abendmahlsgottesdienst. Gemeinsam lachen und trotzdem Leitplanken vorgeben, wie Miteinander funktionieren kann.
Wie erleben Sie die Kirche als Arbeitgeberin?
Anders als vorige Arbeitsfelder. Die Wirtschaftswelt war eher stärker organisiert, die Theaterwelt eher weniger. Ziel für alle: der Mensch als Mittelpunkt, nicht der Mensch als Mittel. Punkt. (Frei nach Pfarrer Sieber.)
Was raten Sie Menschen, die sichfĂĽr diesen Beruf interessieren?
Wie in jedem Beruf: hineinschnuppern, dabei sein und erleben, wie es in der Praxis wirklich ist. Verschiedene Alters- und Erfahrungsstufen befragen. Sich selbst befragen: Was ist meine Motivation? Mein Antrieb?
«Religionslehrerin aus Leidenschaft»