Baselland, Basel-Stadt, Luzern, Schaffhausen, Schwyz, Solothurn, Uri, Zug
Weltmädchentag 11. Oktober

Unicef: Mehr als 370 Millionen Mädchen Opfer von sexualisierter Gewalt

von epd/nin
min
11.10.2024
Unicef schätzt, dass weltweit mehr als 370 Millionen Mädchen und Frauen vor ihrem 18. Lebensjahr Opfer von Vergewaltigung oder anderer sexualisierter Gewalt wurden. Diese Schätzung veröffentlichte das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen anlässlich des Weltmädchentags am 11. Oktober.

Das UN-Hilfswerk veröffentlichte die nach eigenen Angaben erste globale Schätzung zur sexualisierten Gewalt gegen Kinder anlässlich des Weltmädchentages am 11. Oktober. Die Daten stammen laut Unicef aus nationalen repräsentativen Erhebungen zwischen 2010 und 2022, die 81 Prozent der weiblichen Weltbevölkerung abdecken.

Unicef-Exekutivdirektorin Catherine Russell sprach von einem «Schandfleck auf unserem moralischen Gewissen». Sexualisierte Gewalt gegen Kinder verursache «tiefe und anhaltende Traumata, oft durch jemanden, den das Kind kennt und dem es vertraut, an Orten, an denen es sich sicher fühlen sollte», so Russel weiter.

Die meisten Betroffenen, 79 Millionen Mädchen und Frauen, leben Unicef zufolge in Subsahara-Afrika. Geringfügig weniger waren es jeweils in Ost- und Südostasien (75 Millionen Betroffene) sowie Zentral- und Südasien (73 Millionen Betroffene). In Europa und Nordamerika waren laut dem UN-Hilfswerk 68 Millionen minderjährige Frauen und Mädchen zum Zeitpunkt der Erhebungen einem sexualisierten Übergriff ausgesetzt.

Im Alter zwischen 14 und 17 Jahren sind weibliche Jugendliche laut Unicef besonders gefährdet. Neben Frauen und Mädchen waren Unicef zufolge schätzungsweise auch zwischen 240 und 310 Millionen Jungen und Männer von sexualisierter Gewalt betroffen. Das Kinderhilfswerk verwies jedoch auf Datenlücken, insbesondere zur sexualisierten Gewalt an Jungen sowie nicht körperlichen Formen sexualisierter Gewalt. Es kann von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen werden.

Unsere Empfehlungen

Die Vision einer Gesellschaft ohne Rassismus

Die Vision einer Gesellschaft ohne Rassismus

Angélique Beldner, SRF-Moderatorin und Autorin, las in der Citykirche Zug aus ihrem Buch «Rassismus im Rückspiegel». Dabei sprach sie über subtile Formen von Diskriminierung im Schweizer Alltag und warum Schweigen keine Lösung ist.
In der kollektiven Trauer liegt Hoffnung

In der kollektiven Trauer liegt Hoffnung

Guy Liagre, reformierter Pfarrer in Crans-Montana, spricht im Interview über die Brandkatastrophe, die Bedürfnisse der Betroffenen in den kommenden Monaten, den Umgang mit Schuld und Trauer und erklärt, warum nicht jede Form der Anteilnahme wirklich hilfreich ist.